Der Himmeroder Konvent

Die erste Frage, die uns oft gestellt wird, lautet: Was machen eigentlich die Mönche? Wozu dieses Leben? Dahinter steckt entweder die Frage nach dem Sinn oder dem Nutzen dieser Art zu leben, was aber zwei verschiedene Dinge sind.

Wir haben uns heute daran gewöhnt, den Sinn des Lebens von seiner Nützlichkeit zu beurteilen. Das monastische Leben aber geht eher den umgekehrten Weg, das „Nutzlose“, das bedeutet positiv, das „Nicht-Verzweckte“ zum Ziel zu haben. Gewiss ist „Feiern“ (Liturgie) „nutzlos“; angestoßen von einem Ruf Gottes, sucht es den Einzelnen und die Gemeinschaft auf den Weg einer ganzheitlichen Erfahrung des Lebens zu bringen, nach dem Motiv der Benediktsregel, „ob einer wahrhaft Gott sucht“. „Nutzlos“ bedeutet aber auch absichtslos, „Gratuität“, die Vorrangigkeit von Gnade und dem Geschenkcharakter des Lebens. Befreit von sozialen Zwängen suchen die Mönche dem „einen Notwendigen“ zu leben; daher ihr Name „Mönch“ vom griechischen „monos“, „einzig“. Für alle Spezialisierungen haben wir Gelegenheit und Verständnis.

Die Ecclesiastica Officia (Zisterzienserbräuche aus dem 12. Jahrhundert) wollen das Leben in einem Zisterzienserkloster und folglich in einer zisterziensischen Mönchsgemeinde Schritt für Schritt und Tag für Tag vor unseren Augen entstehen lassen. Sie setzen allerdings voraus, dass der Leser die Einrichtungen und Gebräuche kennt, die heute vielen nur noch dem Hörensagen nach bekannt sind, da die Zeit auch am monastischen Leben nicht ohne Veränderungen vorübergegangen ist.

Die Gemeinschaft, ihre Zusammensetzung und die Menschen, die sie prägen

Zönobitische Mönche leben unter einer Regel und einem Abt (Benediktsregel Kap. 1 & 2). Die Brüder und der Abt sind also die grundlegenden und wesenhaften Bausteine einer Mönchsgemeinde.

Zusätzlich sind einige Brüder dazu berufen, Aufgaben und Dienste innerhalb der Gemeinschaft auszuüben, wie schon die Benediktsregel sagt: es gibt also die Dekane, den Prior, den Cellerar, den Novizenmeister, den Infirmar oder Krankenpfleger, den Glöckner, den Gastbruder, den Pförtner; aus einer anderen Warte betrachtet gibt es auch noch die Älteren oder „Senioren“.

Die Zisterzienser wahren die von der Regel eingesetzten verschiedenen Dienste, aber sie fügen auch bei Bedarf neue hinzu, wenn der Lauf der Gemeinschaft das erfordert: sie nennen diese Brüder „Offizialen“, und die Ecclesiastica Officia beschreiben genau ihre Aufgaben.

Dennoch: die Brüder der Gemeinschaft bleiben vor allem Mönche, seien sie nun Offizialen, in einer Oboedienz eingesetzt oder nicht.

Aufgaben

Die heute in Himmerod lebenden Mönche suchen dem oben genannten Erbe treu zu sein im Blick auf die Teilnahme der Gäste und die Notwendigkeiten der Menschen von heute. Dessen ungeachtet versuchen sie ihre eigene Identität und eine ausgewogene Verwirklichung des benediktinischen Tagesablaufs zwischen Gebet, Arbeit und Lesung zu finden. Die Gebäude mit ihrer Erhaltung und Pflege aus eigenen Mitteln, die Betriebe und Landwirtschaft, die Bibliothek und Studien, die Programmierung von Veranstaltungen und Betreuung der beträchtlichen Zahl unserer Gäste, Aushilfen in den umgebenden Pfarreien und unsere Klöster in Brasilien, all das fordert nicht geringe Anstrengungen von der kleinen Kommunität.

Wichtig aber für das Kloster ist in erster Linie das Bestreben nach einem Leben brüderlicher Gemeinschaft und Mitverantwortung in einem Klima der Einfachheit, des Schweigens, Betens und Dienens, das die Hauptaufgabe des Mönchs, die Suche nach Gott unterstützt. Die Weihe des Mönchs zum Dienst und Lob Gottes im Kloster ist nach dem II. Vatikan. Konzil (Perf.Car.9) der wesentliche Beitrag, den dieser der Kirche leisten kann. Wesentlicher Teil dieses Auftrags ist die tägliche Feier der Eucharistie und des Opus Dei, das Chorgebet, das die Klostergemeinde mehrmals am Tage zusammenführt. Unsere liturgischen Feiern stehen allen zur Teilnahme offen, die sich unserem Gebet und der Fürsprache in den Notwendigkeiten von Kirche und Welt anschließen wollen.